Entwicklung

Ohne Mama alles doof

Es ist genau 15 Uhr, als ich die Tagespflege meiner Tochter betrete. Kaum habe ich ein Hallo in die Runde gerufen, schon dreht sich der dunkle Lockenkopf des Trotzkopfkindes zu mir um- und ein Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Mein kleines Mädchen krabbelt kreischend im Turbotempo auf mich zu und klettert auf meinen Arm. Oh man… Mein Herz klopft vor Liebe zu diesem Kind!

Weil ich noch etwas Zeit habe lasse ich das Trotzkopfkind noch zehn Minuten spielen und trinke in der Zeit einen Kaffee. Kurz danach packe ich meine Tochter in ihre Jacke ein- natürlich unter großem Protest.

Ich freue mich auf einen gemütlichen Nachmittag mit ihr; nachdem wir die letzten Tage viel unterwegs waren ist heute mal ein bisschen Ruhe angesagt. Vor der Haustür parke ich, schmeiße die Einkäufe in den Flur, während das Trotzkopfkind im abgeschlossen en Auto wartet (ich habe immer Angst, dass jemand in den drei Sekunden mein Auto inklusive Kind klaut), dann hole ich mein Kind heraus und trage ihre 12 Kilo in die Wohnung. Autsch. Wird Zeit, dass sie läuft.

Doch kaum habe ich sie abgesetzt, ist es aus und vorbei mit der (nicht mal begonnenen) Ruhe; stattdessen wird gebrüllt. Das Trotzkopfkind will nicht sitzen und spielen. Vor allem nicht allein!

Toll. Ich lasse sie meckern und versuche, die Einkäufe weg zu räumen. Keine Chance. Plötzlich klebt das kleine Monster an meinem Bein. Schreiend. Natürlich.

Na gut. So wird das ja nix. Also setze ich sie kurzerhand auf die Küche und gebe ihr die Suppenkelle in die Hand. Liebt sie abgöttisch. Und weil sie so friedlich spielt, verfrachte ich sie wieder auf den sicheren Boden. ZACK! Das Gebrüll beginnt erneut und diesmal richtig. Langsam bin ich genervt. Ich hätte soo gern einen Tee getrunken. In Ruhe. Als Mama. Haha.

Der Nachmittag geht so weiter, wie er begonnen hat. Das Trotzkopfkind lässt sich keine Minute auf ein Spiel ein. Puzzle doof. Bauklötze doof. Hoppe Reiter doof. Sogar Musik doof. Super: Mamas Arm! Grrrr. Möglichkeit 1 also: Meckermotzigschreiendes Kind. Möglichkeit 2: Bizepstrainig- einseitig.

Ich entscheide mich natürlich für die zweite Variante und renne mit dem kuschelnd- zickigen Monster herum.

Naja. Sie ist halt eigenwillig (stur! Verwöhnt?). Aber obwohl mein Arm abfallen wird, genieße ich doch die Nähe zu meinem Trotzkopfkind. Also beuge ich mich meinem Schicksal behalte sie auf dem Arm. Oder beim Spielen auf dem Schoß. Hauptsache Körperkontakt.

Und siehe da. Als ich das hunderste Mal versuche meinen Tee zu kochen, spielt mein Mädchen weiter. Sie lacht sogar ausversehen! Leider nur zwei Minuten… Naja. Ich mag auch kalten Tee.

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