Entwicklung

Nervenlos- Wenn Drachenmama Feuer spuckt

19.15 Uhr. Das Trotzkopfkind schläft. Die Dracheneltern nutzen die Chance, den angefangenen Film zu beenden und genießen die Stille.

22.17. Das Trotzkopfkind wacht das erste Mal auf. Sie meckert nur ein wenig, dreht sich auf den Rücken. Ich gebe ihr etwas zu trinken, sie wird wütend, weil es ihr Trinklernbecher anstatt der Baby- Nuckelflasche ist. Schließlich trinkt sie doch und dreht sich wieder um, um weiter zu schlafen. Glück gehabt.

00.03 Uhr. Das Trotzkopfkind wird wieder wach. Der Drachenpapa versucht sie zu beruhigen, doch er hat keine Chance. Unser Drachenkind schreit sich in Rage, so sehr, dass er sie schließlich nicht mehr auf den Arm nehmen kann, weil sie sich so überstreckt. Trinken: Fehlanzeige. Der Trinkbecher fliegt in hohem Bogen aus dem Bett, das Geschrei wird lauter. Ich komme dazu, versuche mein Glück, doch erst nach zwanzig Minuten wird sie ruhiger, trinkt schließlich aus dem Becher und schläft wieder ein. Also, schnell ins Bett, ein bisschen schlafen.

02:28 Uhr. Und wieder wird das Babyphone aktiv. Ich schleppe mich zombiehaft (happy Halloween!) aus dem Bett, schlurfe ins Kinderzimmer und nehme die Beruhigung in Angriff. Diesmal habe ich jedoch von Anfang an keine Chance. Das Trotzkopfkind möchte nicht trinken, nicht kuscheln, nicht getröstet werden, nicht auf dem Arm bleiben, nicht im Bett liegen. SUPER. Und nun? ich überlege, ob sie Zahnschmerzen hat. Oder Bauchschmerzen. Für alles habe ich etwas zur Linderung da, aber das passt nicht. Es geht ihr körperlich nicht schlecht. Dann wäre sie anders. Ich versuche sie trotz ihrer Toberei mit Kuscheln und sanfter Ansprache zu bereden. Doch sie lässt nichts zu. Und irgendwann bin ich so verzweifelt und übermüdet, dass ich sie anbrülle- die Drachenmama spuckt Feuer. Aber sowas von. Hilft natürlich auch nicht. Aber ich bin völlig fertig mit den Nerven. Und genau 30 Sekunden später tut es mir wieder leid. Ich drücke mein Kind an mich und entschuldige mich, während ich ihr erkläre, dass sie mich gerade in den Wahnsinn treibt. Auch der Mann, der mich ablöst, gibt auf. Also schnappe ich mir das zappelnde, tobende Drachenkind und verfrachte ich sie zu uns ins Bett. Und schon ist Ruhe. Sie kuschelt sich an mich und schläft ein. Soll mir Recht sein. Eigentlich ist mir die Uhrzeit zu früh.. Normalerweise holen wir sie nicht vor fünf Uhr ins Bett. Wir haben einfach ein bisschen Angst, dass sie sich das bei uns schlafen so sehr angewöhnt, dass sie nicht mehr in ihr eigenes Bett will.
Egal; scheinbar braucht sie uns gerade. Und das Kuscheln ist einfach schön.
Weil ich nicht mehr einschlafen kann, surfe ich im Internet und finde auf der wundervollen Seite des gewünschten Wunschkindes ( Werbung durch Verlinkung!) eine Begründung- es könnte der 75- Wochen- Schub sein; das bedeutet Wutanfälle, Aufmerksamkeitsforderung und Besuch von einer Fräulein Trotz und Motz. Finde ich großartig. Lest es euch mal durch, der Link ist anbei. Und ich werde mir definitiv das Buch kaufen.
05:58 Uhr. Das Trotzkopfkind hat ausgeschlafen und verfällt wieder in ihre Brüllphase. Beruhigung wieder ausgeschlossen. Also stehen wir auf.

Jetzt sitze ich mit dem Trotzkopfkind und dem Drachenpapa um 6:38 Uhr am Frühstückstisch, schlürfe einen sehr, sehr, sehr starken Kaffee und habe unfassbar schlechte Laune. Ich funkele das Drachenkind mit müden Augen an und verfluche sie innerlich.
Doch während sie in ihr Butterbrot beißt, strahlt sie mich an und grinst über das ganze Gesicht- und schon ist die Nacht vergessen und ich platze vor Liebe!
Naja… vergessen wäre etwas übertrieben. Aber ich verzeihe ihr. Oder uns. Ansichtssache.

 

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