Schwangerschaft & Geburt

1…2…3… Nachwuchs?

Das Trotzkopfkind ist unser kleines Mädchen. Unser einziges Kind- mein Lieblingskind. Ich bin so stolz auf dieses kleine Wesen und jeden Moment fasziniert es mich mehr, was sie alles schon kann. Täglich kann sie etwas neues. Wir klatschen, wenn sie plötzlich frei steht; loben sie, wenn sie ein Wort sagt und freuen uns riesig, wenn sie mit uns kuscheln möchte. Die Zeit zu dritt, unsere Familie, ist jeden Tag ein neues Abenteuer.
Es ist manchmal kaum zu glauben, dass das Trotzkopfkind am Anfang nur als kleine Blase auf dem Ultraschall zu sehen war! Ein Bläschen, aus dem sich ein richtiger, kleiner Mensch entwickelt hat, der gerade  einen eigenen Charakter entwickelt.
Ich liebe dieses Mädchen jeden Tag ein bisschen mehr… Und weil sie mein Lebensmittelpunkt ist, ist es mir unvorstellbar, wie ich jemals meine Liebe teilen soll.

Dennoch möchten wir noch ein Kind. Ein Geschwisterchen für das Trotzkopfkind. Wir haben uns erst frisch dazu entschieden und sind uns nun sicher. Jedenfalls glaube ich, dass wir uns sicher sind. Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein zweites Kind? Gibt es den überhaupt?

Ich weiß, dass ich noch mehr Kinder will! Der Gedanke, dass es zwei Minis von uns gibt, die miteinander kuscheln, gemeinsam in ihrer Höhle liegen und Pläne schmieden oder sich erst anbrüllen und dann versöhnlich umarmen und kichernd Unsinn machen- der Gedanke lässt mein Herz klopfen. Ich habe es genau vor Augen, wie das Trotzkopfkind sein Geschwisterchen an die Hand nimmt und sicher über die Straße führt; wie sie es gegen blöde große Jungs verteidigt; oder wie sie es voller stolz auf dem Arm hat, wenn es gerade erst geboren wurde. Ich könnte es zeichnen, so bildlich habe ich es im Kopf. Der Gedanke daran, wie der Drachenpapa mit 2…3…Kindern herum tobt macht mich glücklich.

Doch gleichzeitig spüre ich manchmal noch ein wenig Unsicherheit. Mit einem Kind ist alles irgendwann halbwegs geregelt. Dieses eine Kind bekommt die ganze Liebe der Eltern. Es ist die Nummer eins, steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wird von Verwandten betüttelt und verwöhnt. Es kommt nicht zu kurz, das ganze Leben wird um es herum geplant. Klar, man hat noch ein wenig Zeit für sich… manchmal.

Trotzdem, bei uns hat sich gerade erst alles so richtig eingependelt mit Tagesmutter und Co.
Wenn nun noch ein zweites Kind dazu kommt, ändert sich wieder alles.

Aber das ist ja auch ein neues Abenteuer! Ich habe keine Angst davor, wieder schwanger zu sein. Ich mache mir nicht mal Sorgen darüber, ob das nächste Kind auch zu früh kommen könnte. Oder ob etwas schief geht. Wir sind geprägt, aber stark. Wir haben viel überstanden und haben schlussendlich unser kerngesundes, glückliches Trotzkopfkind bekommen.
Nein… meine größte Angst ist tatsächlich die, dass ich meine Kinder nicht gleichwertig lieben kann. Das Trotzkopfkind bekommt soviel von mir. Sie ist immer noch, auch mit anderthalb Jahren, mein Baby. Was ist, wenn keine Liebe für das zweite Kind übrig bleibt?
Ich weiß ja irgendwie, dass das Unsinn ist. Meine Schwester sagte mal, wenn dein Baby auf der Welt ist, dann ist alles gut. Du liebst es bedingungslos. Vom ersten Augenblick an.
Ganz sicher ist das so. Ich sehe es ja an meiner Mama, die vier Kinder großgezogen und alle lieb hat. Ob den einen mehr als den anderen, weiß ich nicht. Normalerweise fragt man das seine Mutter mit fast 29 nicht mehr.
Doch warum kann ich diese Angst nicht bezwingen? Vermutlich ist es normal, sich so zu fühlen. Und ich habe definitv Phasen, in denen ich an das zweite Kind denke und mir absolut sicher bin. Hundertprozentig. Vor einiger Zeit waren meine Nichte (gerade mal 3 Monate alt) und mein Neffe zu Besuch. Mein kleines Trotzkopfbaby, die neben meiner Nichte sowas von kein Baby mehr ist, nahm die ganze Zeit Kontakt zu ihrer winzigen Kusine auf. Sie herzte sie, legte ihren Kopf an ihren und küsste sie immer wieder. Als ich diese Situation beobachtete, platzte ich fast vor Liebe. Plötzlich wusste ich: meine Tochter wird eine perfekte große Schwester sein.
Mir wurde in diesem Augenblick eines klar: Ich liebe meine Nichte und meinen Neffen auch von ganzem Herzen. Ich liebe den Drachenpapa.
Vielleicht kann man Liebe nicht gleichmäßig aufteilen wie ein Stück Kuchen. Aber ganz sicher gibt es verschiedene Arten von Liebe, sodass man immer genug für seine Herzensmenschen hat.
Es wird auf jedenfall noch ein Geschwisterchen für das Trotzkopfkind geben. Ich bin sicher, dass ich auch dem zweiten Kind meine ganze Liebe schenken kann; und außerdem wird es ja mit Geschwister- und Papaliebe überschüttet.
Ich glaube, dass es keinen richtigen Zeitpunkt für die Familienplanung gibt. Gerade gehe ich in meinen Beruf auf, ich arbeite so gern in meinem Job. Ich studiere und komme als Autorin groß raus (haha). Ein zweites Kind legt erstmal alles auf Eis.
Doch mir machte vor kurzem jemand klar, dass es wichtig ist seine Ziele, auch familiär, zu verfolgen- bevor es zu spät ist.
Und so ist es. Denn wenn ein Kind kommt, dann ist das Leben nicht vorbei… Nein- es fängt gerade erst an!

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