Entwicklung

Neues Jahr, Neubeginn

Es ist so lange her, dass ich einen Beitrag geschrieben habe. Und jede Mama, jeder Papa wird verstehen, dass dies nicht an Faulheit und Unlust lag… Jedenfalls nicht mehr. Aber das Leben mit zwei Kindern ist anstrengend und hart.

Plötzlich stehen wir nicht zweimal in der Nacht auf, sondern viermal. Oder öfter. Unsere Kinder verbindet ein unsichtbares band. Sie sind entweder gleichzeitig wach oder kurz hintereinander.

Zusätzlich hatten wir einfach so viel aufzuholen im letzten Jahr. Im Januar 2020 wurde unser kleines Mädchen am Herzen operiert. Mit ihren drei Monaten musste sie eine Operation am wichtigsten Organ überhaupt überstehen. Nächtelang habe ich davon geträumt, wie sie vor den Ärzten auf dem OP- Tisch liegt. Wie sie sie vorbereiten… Ich habe kaum geschlafen und wenn doch, hatte ich die schlimmsten Alpträume der Welt. Wir beide standen völlig neben uns. Die Angst saß uns im Nacken und gleichzeitig hüpfte da noch ein kleines Trotzkopfkind um uns herum und kämpfte um Aufmerksamkeit. (Ich werde noch einen Beitrag zur Operation verfassen.)

Glücklicherweise ging die OP ja gut und wir konnten endlich nach Hause, um dort als Familie durch zu starten.

Doch trotzdem lag noch so viel vor uns. Unsere kleine Maus war nach der Operation lange sehr schwach. Sie nahm kaum zu, es war eine Herausforderung sie satt zu bekommen. Durch all den Stress war meine Milch quasi so sättigend wie Leitungswasser. Ich konnte abpumpen, Tee trinken und entspannen, soviel es ging, es reichte nicht. Und so entschieden wir uns schlussendlich, genau wie beim Trotzkopfkind, dazu abzustillen und unserem Baby die Flasche anzubieten.

Aber…haha. Weit gefehlt! Ich ahnte es schon damals und weiß es nun! Unsere kleine Tochter ist sturköpfiger, eigensinniger und temperamentvoller, als ich es mir je hätte vorstellen können. Was ihr an körperlicher Kraft fehlt macht sie mit ihrem Willen wett!

Ich schwöre euch… Ich habe JEDE Flasche gekauft, die es gibt. Silikon. Nippelähnlich. Eckig. Rund. Spitz. Sie wollte nicht. Sie fand Flaschen scheiße und wollte die Brust. Punkt aus. Tja.

Im Endeffekt, bitte verurteilt mich nicht, habe ich ihr mithilfe unserer Krankenschwester und Hebamme den Mund aufgehalten und die Flasche rein gesteckt, bis sie irgendwann schlucken musste. Ja, das klingt hart. Ja, das klingt nach Quälerei. Und so fühlte es sich auch an. Mein Baby brüllte, weinte und mir zerriss es so sehr das Herz, dass ich den Raum verlassen musste. Aber…hatte ich eine Option? Nein. Das hatte ich nicht! Nach Absprache mit vielen Ärzten gab es nur die Alternative Krankenhaus und Magensonde. Und das war einfach keine Option.

Es dauerte zwei Tage, dann akzeptierte sie die Flasche. Und sie liebt sie.

Heute, ein Jahr später, wiegt sie über 8 kg. Sie ist immer noch zart. Aber es geht ihr unglaublich gut. Wir gehen zur Physiotherapie, sie kann sitzen und muss erst in 6 Monaten wieder zur Herzkontrolle.

Wir können uns so glücklich schätzen, dass es uns gut geht. Und die Krise überstehen wir auch. Wir sind so stark. Zusammen.

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