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Abenteuer Zweifach- Mama

Wahnsinn! Es ist still um mich herum- noch… Der Drachenpapa versucht das Trotzkopfkind ins Bett zu bringen, während das Baby schlafend (pupsend) neben mir auf dem Sofa liegt. Ich habe also genau acht Minuten Ruhe!
Maximal.
Wie ihr merkt, bleibt mir wenig Zeit zum bloggen und schreiben. Wir sind jetzt seit zwei Wochen zuhause, seit fünf Wochen zweifache Eltern.
Unsere Familie ist nun komplett… und ich schwöre: niemals vorher war ich so überglücklich, übermüdet und überfordert wie jetzt.
NATÜRLICH sind wir absolut glücklich und stolz, dass wir nun neben unserem Trotzkopfkind ein Trotzkopfbaby in der Familie haben. NATÜRLICH genießen wir jeden gemeinsamen Moment, zumal der Urlaub des Drachenpapas nur noch eine Woche andauert.
ABER es ist so anstrengend, wenn hier plötzlich zwei Kinder herum wuseln. Man muss dazu sagen, das Trotzkopfkind ist ihrer kleinen Schwester gegenüber ein Schatz. Die Angst, dass sie eifersüchtig werden könnte, war nahezu unbegründet. Klar gibt es kurze Phasen (wenn ich gerade stille zum Beispiel), in denen das Trotzkopfkind sich zurück gestellt fühlt und unbedingt auch auf den Arm oder dieselbe Milch möchte.
Doch ihr Frust richtet sich dann nie gegen ihre Schwester, sondern gegen uns. Derzeit sind aber auch diese Situationen die Ausnahmen. Im Moment findet die Große es unglaublich spannend, beim Stillen zu zu sehen und gegebenenfalls mal an der Mamabrust zu lecken (Bah… sehr seltsam). Ihre Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen.
Was genau macht das Leben also gerade so anstrengend?
Es fängt bei der Schlaflosigkeit an. Der Drachenpapa schläft meistens durch- und auch wenn ich ihn dafür gern hassen würde, werfe ich ihm das nicht vor. Was soll er auch nachts tun? Stillen kann er nicht übernehmen, Windeln wechseln dauert bei mir eine Minute. Er ist daher eher für das Trotzkopfkind zuständig und holt sie rüber, wenn sie nicht schläft. Und daaa ist Herausforderung eins: Unsere Große befindet sich gerade in einer vollkommen neuen Lebensphase. Sie ist plötzlich die Ältere, große Schwester, steht nicht mehr im Mittelpunkt des Universums und wird nicht mehr so verwöhnt wie zuvor. Tja, das ist scheiße.
Dann ist es absolut nachvollziehbar, dass man sich erstmal auflehnt und seine Grenzen testet. Das tut sie. Aber hallo, und wie sie das tut.
Schlafen ist neuerdings bei uns ein ganz, ganz übles Thema. Hat es bislang zehn Minuten gedauert, bis sie schlief, sind wir nun bei einer guten Stunde, Geschrei und Diskussion inklusive. Mindestens. Es wird getreten, gezetert und gebrüllt, bis alle so entnervt sind, dass das Trotzkopfkind ins Elternbett darf.
Ich möchte kein Familienbett, eigentlich. Aber irgendwann ist es mir egal. Vor allem kuschele ich ja gern mit meiner Tochter und, was noch wichtiger ist: wieso schlafen alle in einem Raum, nur sie nicht? Das versteht sie nicht. Und deshalb flippt sie aus.
Sobald sie bei uns ist, ist eigentlich Ruhe und sie schläft durch. Wir machen es uns einfach und akzeptieren das so. Meistens.
Es gibt aber auch Nächte, im Moment vermehrt, in denen sie aufwacht und völlig eskaliert. Ausrastet. Ich kann es nicht sensibler beschreiben.
Keiner von uns weiß wieso. Ob es Schmerzen sind, Alpträume, generelle Unzufriedenheit- kein Plan.
Ist aber auch egal, denn die Situation ist halt einfach so. Analysieren hilft nur bedingt, akzeptieren mehr.
Und nach gefühlt einer Stunde weiterem Geschrei haben alle Beteiligten die Situation halbwegs unbeschadet überlebt und schlafen weiter.
Dass diese derzeitige Situation dem Drachenpapa und mir sehr auf die Stimmung schlägt, ist daher wohl kaum verwunderlich.
Und wir haben uns lange nicht so viel angezickt, wie seitdem wir Zweifach- Eltern sind. Traurig, aber wahr. Glücklicherweise hält die miese Stimmung immer nur kurz an, bis wir uns vertragen.
Aber, liebe Leute… es ist kein Zuckerschlecken. Das sag´ ich euch.
Ich hoffe einfach, dass wir uns bald eingespielt haben… Als Team. Wir sind auf einem guten, wenn auch sehr holprigen Weg.
Außerdem ist es so schön, plötzlich zu viert gemeinsam den Tag zu erleben. Wir kuscheln zu viert im Bett. Gehen spazieren, ein Kind im Kinderwagen, das andere auf dem Buggyboard (oder Papas Arm), das Stillen und die Zeit als Familie.
Ich bin glücklich, dass wir nun zwei Kinder bei uns haben. Ich brauche meine beiden Mädchen nur ein einziges mal anzusehen und bin unheimlich stolz auf diese Wesen. Wir haben einfach so ein Glück. Jeder Moment ist einzigartig und wenn ich mein Baby im Arm habe oder von meiner älteren Tochter angelächelt werde, vergesse ich den Stress, die Müdigkeit und die Anstrengung, die dazu gehört.
Es ist nie einfach. Aber es ist genau das, was wir wollten. Jetzt und immer.

5 Kommentare

  • Krissi

    Klingt wirklich genauso wie bei uns vor einem Jahr. Mein Mann war nachts für die große Schwester, die erst 17 Monate war, zuständig und er hat stundenlang an ihrem Bett gesessen oder die beiden haben zusammen auf dem Sofa geschlafen. Er hat weniger Schlaf abbekommen als ich mit dem Neugeborenen. Selbst bei uns im Bett hat sie keine Ruhe gefunden.
    Auch die Streitereien in der Zeit waren furchtbar.
    Aber es wird besser. Und es lohnt sich so sehr! Jetzt ist es immer noch anstrengend, aber wunderschön. Ich kann mir nichts tolleres vorstellen als zweifach Mama zu sein 🥰 doppeltes Glück und Liebe 💕

    • kbartholome

      Danke für diesen lieben Worte ❤️ ich bin auch unheimlich glücklich !! Aber manchmal merkt man,dass es echt Kraft kostet 🤷🏻‍♀️

  • Eve

    Für unseren großen war es wichtig zu wissen dass er immer einen Platz in unserem (ungeplanten) Familienbett hat und dennoch ganz viel Konsequenz. Zum Einschlafen gehr er in SEIN Bett. Da gibt es keine Ausnahme. Wer einmal nachgibt gibt immer nach wen man nur lang genug fordert. Also überlegt euch was ihr wirklich wollt und steht klar dazu. Das darf auch gemeinsam im Familienbett schlafen sein. Nur klärt das auch für eure Große.

    • kbartholome

      Doch, die große schläft schon ewig allein. Und eigentlich auch immer alleine in ihrem Bett ein. Das ist uns auch wichtig. Nachts darf sie dann natürlich immer zu uns kommen. Nur an Tagen wie diesen extremen bringt es irgendwann nichts mehr, sie in ihr Bett zwingen zu wollen

  • Claudi

    Huhu,
    Wie geht’s denn dem Herzchen deiner kleinen Tochter?
    Was mir sehr geholfen hat mit 2 Kindern war das Buch „Geschwister als Team“ von Nicola Schmidt.
    Liebe Grüße und weiterhin alles Gute.
    Claudi

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