Schwangerschaft & Geburt

6 Wochen Einzelkind

Unglaublich, aber heute ist schon der 20. September 2019.
Ich sitze gerade drinnen auf meinem gemütlichen Stuhl, das Trotzkopfkind spielt neben mir- und draußen scheint die Sonne.
Es sind 17 Grad und ein wunderbarer Spätsommertag.
Doch so sehr ich mich auch zu motivieren versuche, ich schaffe es heute nicht an die frische Luft. Leider.

Im Grunde kann man es Jammern auf hohem Niveau nennen. Das kann ich gerade ziemlich gut; jammern.
Ich bin nun in der 35. Woche schwanger ( 34+ 2 um genau zu sein). Mein Bauch ist groß, störend, immer im Weg und das Baby darin legt sich grundsätzlich auf meinen Magen drauf. Scheint am gemütlichsten.
Meine Füße sehen aus wie unförmige, wabbelige Wasserbomben, wenn ich mit dem Daumen drauf drücke, sehen die Dellen aus, wie die Löcher beim Schweizer Käse. Ich trage gerade eine Schuhgröße größer, das Auftreten tut weh, das Laufen nicht weniger. Die Außentemperaturen von (morgen) wieder 25 bis 28 Grad machen es nicht besser und lassen meine Laune täglich massiv steigern- nicht.
Meine Beine und mein Hintern sind so sexy aufgequollen, dass ich auch in meine Hosen nicht mehr rein passe. Also laufe ich mit semi- erotischen Schlabberhosen rum, die unten wie 7/8 Hosen sitzen (HOCHWASSER), an allen anderen Stellen aber hübsch um meinen Körper wabbeln. Ich hasse Schlabberhosen.
Meine Finger lassen sich vergleichen mit dicken Weißwürsten und der rechte Arm schläft am Tag jede Stunde ein, sodass ich kurzzeitig weder greifen, noch heben kann.

Ja… wer mir jetzt noch erzählt, wie klein mein Bauch ist (ist er nicht !!) und wie schön es ist, schwanger zu sein, den verfluche ich regelrecht.

Schwanger sein macht mir keinen Spaß. Punkt. Ich darf meckern.

Hinzu kommt die ganze Situation, in der wir stecken. Es sind nur noch sechs Wochen, in denen unser Trotzkopfkind ein Einzelkind ist. Der kleine Mensch in unserer Familie. Unser Baby. Das kleine Mädchen, das mich täglich in den Wahnsinn treibt, mich anbrüllt und nervt, auslacht, liebt und kuschelt, das kleine, geliebte Kind, das mich zur Mama gemacht hat.
In sechs Wochen ist sie nicht mehr allein. Dann wird sie eine große Schwester sein und sich plötzlich wieder finden in Situationen, in denen sie zurück stecken muss, weil gerade ein Baby brüllt. Oder trinkt. Oder kotzt. Was auch immer.
Ich mache mir nicht unbedingt Sorgen, aber natürlich Gedanken… Wie wird das? Werde ich vollständig überfordert sein? Wird mein Töchterchen ihre Schwester direkt abgöttisch lieben oder erstmal eine Weile vor Eifersucht explodieren? Gedanken, die sich wohl jede Mama und jeder Papa macht, wenn aus einer drei- plötzlich eine vierköpfige Familie wird.
Ich bin sicher, es wird alles anders. Kompliziert. Chaotisch. Angsteinflößend. Neu. Aber vor allem wird es ein neues Abenteuer. Noch mehr Action, mehr Leben, mehr Liebe. Ich freue mich unfassbar darauf, meine große Tochter mit meiner kleinen Tochter zu sehen… Wie sie kuscheln und lachen werden, sich kennen lernen und in ein gemeinsames Leben starten.

Leider wird der Start in ihr neues Leben unserem Baby ja ein wenig erschwert. Nach vielen Untersuchungen hat sich nun heraus gestellt, dass ihre linke Herzkammer ein wenig kleiner ist, als die rechte, außerdem ist ihr Aortenbogen zu schmal.
Im Endeffekt bedeutet das: sehr bald nach der Geburt, circa fünf bis sieben Tage später, steht eine Herzoperation an. Wir werden also direkt im Krankenhaus bleiben, bis sie operiert wurde.
Sie ist, wie ihre Schwester, ein sehr kleines, zartes Baby. Aber so es ist nun, wir müssen dadurch und werden das auch schaffen.
In ein paar Tagen steht mir einer der wichtigsten Termine bevor; in der Uniklinik werde ich erneut untersucht, das Herz wird überprüft und direkt danach findet die Geburtsplanung statt- inklusive Gespräch über die Operation. Darüber nachdenken zu müssen, wie und wo die Ärzte unser kleines Baby aufschneiden, um an ihrem Herzen herum zu doktorn, gefällt mir nicht. Allerdings sprechen wir von sehr guten Herzspezialisten. Die wissen, was sie tun.
Trotzdem bekomme ich langsam Panik. Der Gedanke, zwei Wochen nicht zuhause zu sein, weg von meinem großen Mädchen, Tag und Nacht ohne sie… das macht mir richtig Angst.
Ich weiß, dass der Drachenpapa das rocken wird. Aber ich muss meine Tränen bei dem Gedanken herunter schlucken.
Tatsache ist: Wir sind eine starke Familie und gemeinsam werden wir das schaffen! Die Devise lautet positiv denken, durchhalten und kämpfen.

Nun… ganz im Ernst. Ich kann großartig jammern und mich selbst bemitleiden.
Aber angesichts der derzeitigen und noch bevorstehenden Situation nehme ich mir jedes Recht heraus, bei strahlendem Sonnenschein, traumhaften Temperaturen und wenig Bewegung mit dem Trotzkopfkind zuhause herum zu sitzen und zu gammeln!

Also, liebes schlechte Gewissen- halt den Mund und schweig´ still! Danke.

2 Kommentare

  • Sonnenschein

    Oh man, das kann ich nicht gut verstehen.
    Unser Großer war 2 als das Brüderchen im April kam. Es war nicht schön, dass wir im KH bleiben musste einige Tage und hat mich auch ganz schön mitgenommen 😭, aber es hat Papa und den Großen sehr zusammengeschweißt. Und Mädchen sollen ja entspannter sein, was das Konkurrenzverhalten anbelangt 😅zumindest bei vielen Freunden von uns kam dann die Mini-Mama durch 😉
    Alles Liebe und ich bete für eine gute Geburt und schnelle Heilung für euer Kleines❤️

    • kbartholome

      Liebe Ruth,
      vielen dank für deinen Kommentar ! Ich bin sicher, irgendwie werden wir das gemeinsam schaffen und ich glaube auch, dass es Papa und Trotzkopfkind gut tun wird, etwas Zeit für sich zu haben 🙂

      Alles Liebe

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