Entwicklung,  Schwangerschaft & Geburt

Drama, Baby, Drama!

Hurra! Schwangerschaftswoche 20- die Hälfte ist geschafft. Klingt jetzt so, als hätte ich eine total nervige, unangenehme Zeit, das ist natürlich nicht der Fall. Und ich bin auch eigentlich ganz gerne schwanger.
Nun ist es aber ja so, dass das Trotzkopfkind in meinem Leben mitspielt; besser gesagt: sie übernimmt die Hauptrolle. Und wie in meinen anderen Beiträgen zu lesen ist, unterscheidet sich die jetzige Schwangerschaft dadurch grundlegend von der ersten.
Entspannt tagsüber auf dem Sofa liegen, stolze Bauchfotos machen und jede Sekunde teilen? Fehlanzeige.
So langsam begreife ich auch den Ernst der Lage. Wir haben ein wunderbares, großartiges Kind zuhause, einen Trotzkopf, den wir über alles lieben (trotz ihrer stündlichen Wutausbrüche- oder gerade deswegen) und nun macht sich unser zweites Baby auf den Weg.
Im Oktober werde ich Mutter ZWEIER Kinder sein- so, wie es aussieht zweier Mädchen… Also noch so eine Zicke??
Oh Gott, wenn ich nur daran denke, mit zwei Trotzköpfen hier zu sitzen, die gerade gleichzeitig einen Anfall bekommen, weil ich das Brot nicht quer, sondern längs geschnitten habe, die sich dann synchron auf den Boden werfen und mit ihren Hacken Beulen in die Fliesen hauen, während sie alles um sich herum durch die Gegend pfeffern- wenn ich daran denke, wird mir schlecht.
Ich werde durchdrehen. In weniger als fünf Jahren bin ich eine total bekloppte Mutter, die in ungewaschenen Klamotten mit fettigen Haaren schweißgebadet zwei unerzogenen Gören hinterher ruft: „Nein! Lass das! Bitte- Hey, hör auf, lass´ deine Schwester- ach egal.“
Okay, möglicherweise ist das ein wenig übertrieben.
Doch genau das geht in meinem Kopf manchmal vor, wenn mich mein großes Trotzkopfkind gerade in den Wahnsinn treibt.
Dazu kommen langsam aber sicher die allgemeinen Sorgen. Wird mein großes Mädchen ihre Schwester liebhaben? Wird sie sie akzeptieren oder mit der Situation überhaupt nicht zurechtkommen und weiß mit ihrer Eifersucht nicht umzugehen?
Wie sollen wir die Abende entspannt regeln, wenn die derzeitige Situation diese ist, dass der Papa nur mit viel Bitten und Drängen begrüßt wird und er keine noch so winzige Chance hat, Zeit mit ihr zu verbringen?
DAS ist leider nicht übertrieben. Die Phase, welche seit ungefähr zehn Wochen anhält, ist noch immer aktuell. Der Papa darf sein Mädchen nur hochheben und bespaßen, so lange sie mich sieht. Wir verbringen einen Tag unter uns, er kommt nach Hause- und wird kaum beachtet.
Dass er sie ins Bett bringt? UNMÖGLICH! Gezeter, Gebrüll, Schnappatmung und alles was dazu gehört.
„Lass´ sie halt brüllen“, werden die ein oder anderen sicher sagen. Und ja, das haben wir auch schon durchgezogen. Meistens funktioniert es auch. Aber nun mal nicht immer.
An einem Abend wie heute habe ich dann auch einfach keine Lust mehr, dass sich das Abendritual anderthalb Stunden zieht, wenn ich es schaffe, sie innerhalb von zehn Minuten ins Bett zu bekommen.
Aber ich habe mir, wieder einmal, von anderen Leuten einreden lassen, dass es an der Zeit ist das Trotzkopfkind ans alleine einschlafen zu gewöhnen. Warum? Muss halt so sein in dem Alter. Und wenn das Baby da ist, wie sollten wir das sonst schaffen? Baby mit im Zimmer? Geht doch nicht!
Mittlerweile denke ich wieder anders. Natürlich ist es schön, wenn das Trotzkopfkind alleine einschläft. Und tatsächlich sind wir auch gerade dabei, das zu üben. Es klappt wirklich ganz gut. Ich lege sie hin, gehe nach zehn Minuten raus und komme gegebenenfalls nochmal zum Trösten rein. Nach maximal zwanzig Minuten schläft sie.
Aber MUSS das sein?
NEIN! Ganz klar- nein. Punkt eins: Mein Kind muss nicht allein einschlafen können. Ich mag es, sie dabei zu begleiten (keine drei Stunden, aber zwanzig Minuten sind in Ordnung für mich). Punkt zwei: Ich bin nicht alleinerziehend. Ich habe meinen Partner/Ehemann/Traummann/Fels in der Brandung bei mir. Und der kümmert sich entweder um das Baby oder um das Trotzkopfkind.
Punkt drei: ich bin flexibel. Ich kann das Baby stillen, bevor ich die Große ins Bett bringe. Ich kann das Baby mitnehmen. Oder, oder, oder.
Das sind alles wage Ideen und Pläne, doch im Endeffekt muss sich das Ganze System erst einspielen und entwickeln.
In der Regel habe ich Unterstützung.
Bis unser zweites Kind auf die Welt kommt, sind es bestenfalls noch zwanzig Wochen. Das ist genug Zeit, um vieles zu optimieren und vielleicht manches zu ändern.
Die Papa- Beziehung kann besser werden. Die Trotzanfälle können weniger werden (hahaha). Die Phasen, Rituale und Situationen können angepasst werden.
Alles kann. Nichts muss. Es kommt sowieso anders.
Aber ich freue mich auf diese Zeit. Ich liebe jeden Moment mit meinem Trotzkopfkind und genieße jeden Tag der Vorfreude auf unser Baby. Es ist perfekt.

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