Schlafen

Byebye Babyflasche!

 

 

 

Beim Thema Schlafen können sich Mütter tatsächlich in Grund und Boden diskutieren. Jede Mama bringt ihr Kind anders ins Bett. Die einen stillen ihre Schützlinge in den Schlaf, andere haben viele schöne Rituale. Am wichtigsten ist es, sich bei dem was man tut gut zu fühlen. Egal, was andere denken. Die eigene Erziehung ist nun mal immer ein sensibles Thema und außenstehende Menschen sollten die für sich besten Methoden nicht aufzwingen wollen. Natürlich berate ich mich oft auch mit befreundeten Müttern, die mir auch mal Ratschläge geben- oder anders herum. Doch die Basis dafür ist gegenseitige Akzeptanz und Vertrauen.
Bei uns ist das Schlafen auch von Anfang an ein Thema gewesen. Kurz nach der Geburt des Trotzkopfkindes war ich total verunsichert. Sie trank ja schlecht an der Brust, sodass wir dann zur Flasche wechselten. Von da an wurde es leichter. Ritualisiert bekam sie abends zum Einschlafen ihre Milch aus der Babyflasche (nach ein paar Monaten frische Vollmilch, statt Milchpulver). Nachts, wenn sie aufwachte, machten wir ihr zusätzlich eine Portion.  Unsere Tochter brauchte das Gefühl des Nuckelns, da bin ich sicher. Da sie nach dem vierten Monat den Schnuller ablehnte, war die Babyflasche ihr tröstender Ersatz.
Schon zu diesem Zeitpunkt erhielt ich verschiedene Rückmeldungen und „Tipps“. Es gab einige, die uns in unserer Art der Erziehung unterstützten, doch auch solche, die die Milch als Beruhigung und Ritual kritisierten. Und ich meine wirklich kritisierten. Ich ließ mich davon weiter verunsichern, irgendwann hatte ich es aber kapiert und vertrat meine Erziehung zu 100 %. Mein Mann und ich wussten am besten, was für unsere Tochter gut war.
Irgendwann entschieden wir uns dazu, die Milch durch Wasser zu ersetzen… Das kam dadurch, dass ich innerlich Angst hatte, wir würden die Milch niemals abgewöhnen können. Am Ende säße das Trotzkopfkind mit der Milchflasche in der Schule. Völliger Quatsch natürlich. Manche Mütter stillen ihren zwei- oder dreijährigen Schützling und trotzdem ist irgendwann Schluss.
Doch das Abgewöhnen war nicht so leicht, wie wir uns das vorgestellt hatten. Das Töchterlein macht einen riesen Terz, wenn wir ihr die Flasche im Bett vorenthielten. Im Endeffekt gaben wir jedes Mal sehr schnell nach. Irgendwann hat sie selbst kein Interesse mehr an der Flasche, dachte ich. Es gibt ja auch Kinder, die sich selbst abstillen. Also wieso sollte es hier anders sein?
Tatsächlich wurde uns die Arbeit nach ein paar Wochen abgenommen. Das Trotzkopfkind brachte einen heftigen Magen- Darm- Infekt mit nach Hause. Es ging ihr richtig schlecht, sie aß so gut wie nichts mehr und trank auch sehr schlecht.
Der Kinderarzt verordnete Schonkost- Milch fiel nicht unter diesen Begriff.
Von einem auf den anderen Tag musste das Trotzkopfkind auf ihre Einschlaf- Flasche verzichten. Ich rechnete mit einigen üblen Nächten, die auf sehr lange Abende folgen würden.
Doch durch ihre Krankheit war die kleine Maus so hinüber, dass sie abends nach einem kleinen Schluck Wasser einschlief. Und das war´s. Zack, war die Milch kein Thema mehr.
Schneller ging das Einschlafen damit natürlich nicht. An manchen Abenden gab es ganz ordentlich Theater und nachts konnten wir das Trotzkopfkind nur durch trinken lassen beruhigen. Aber im Großen und Ganzen war ich zufrieden.
Noch ein paar Wochen später bekam ich allerdings neue Zweifel. Gut, sie würde nicht mit der Milchflasche auf´s Gymnasium gehen. Aber die Babyflasche machte mir immer noch Sorgen. Immerhin trank sie über den Tag aus einem richtigen Becher und interessierte sich NULL für ihre Flaschen- solange sie außer Sichtweise waren.
Unser nächstes Ziel bestand also darin, langsam die Flasche mit dem Sauger los zu werden. Wir hatten uns, auch durch Gespräche mit den Tagesmüttern, entschieden das ganz in Ruhe anzugehen. Denn für das Trotzkopfkind wäre es unschön, ihr den Trostspender einfach so zu entreißen.
Wir begannen damit ihr im Bett eine Flasche mit Sportsauger anzubieten, hatten jedoch dabei die Babyflasche in greifbarer Nähe. Das war auch gut so, denn die ersten Wochen lehnte sie die Sportflasche konsequent ab; fand ich auch in Ordnung. Wir hatten ja Zeit.
Ich achtete darauf, die Babyflaschen über den Tag immer weg zu räumen und auch abends so zu lagern, dass sie sie nicht sehen konnte. Die Sportflasche stand stattdessen herum und war für sie immer in Reichweite. Sie trank oft und regelmäßig daraus.
Und ganz plötzlich, als wir sie eines Abends wieder zu Bett brachten, funktionierte es- sie nahm die Sportflasche an, trank zwei Schlucke, dann drehte sie sich weg und schon war sie eingeschlafen! Hurra!
Für das nächtliche Aufwachen blieb die Babyflasche jedoch noch mit im Spiel. Sicher war sicher.
Es lief täglich besser, der Sauger wurde immer seltener genutzt und irgendwann brauchten wir ihn gar nicht mehr; weder abends noch nachts.

Dass das Trotzkopfkind nachts aufwacht und sich „nur“ durch das Trinken trösten lässt finde ich nicht dramatisch. Der ganze Prozess vom Aufwachen bis zum wieder Einschlafen dauert nicht länger als 5 Minuten. Und damit kann ich leben. Durchschlafen wäre jetzt auch noch ganz schön… aber man darf ja nicht zu viel verlangen. 😉

6 Kommentare

  • Kristin

    Hallo liebe Mama, dein Beitrag ist sehr interessant. Vor allem weil mich das gleiche Thema zum grübeln bringt. Mein Sohn ist knapp 15 Monate alt. Er bekommt auch abends zum einschlafen und einmal nachts die Milchflasche. Meine Kinderärztin sagt, ich brauche mir das nächste halbe Jahr noch keine Sorgen darüber machen. Man hört aber auch von vielen Eltern mit gleichaltrigen Kids, dass die Flasche dort nicht mehr gebraucht wird. Einerseits denke ich, er braucht das einfach noch. Aber ich möchte auch nicht mehr sooo lange warten mit dem abgewöhnen. Darf ich fragen, wie alt deine Tochter ist? Wir haben es nachts auch schon versucht mit Wasser oder Tee. Aber er schläft dann einfach nicht richtig ein bzw wird oft wach. Da wir früh aufstehen und zur Arbeit müssen, ist das natürlich sehr anstrengend. Mit der Milch können wir nachts innerhalb von 10 Minuten wieder ins Bett zurück. Hast du einen Tipp für mich, wie ich es in langsamen Schritten probieren kann? Einige raten dazu die Milch auf längere Zeit immer mehr zu verdünnen, bringt das was? Was meinst du?
    Ich danke dir für deine Ratschläge und freue mich von dir zu hören. Liebe Grüße, Kristin

    • kbartholome

      Hallo liebe Kristin.
      Danke für dein Feedback,darüber freue ich mich ! Meine Tochter ist 21 Monate, sie wird im Mai zwei. Ich weiß, sie brauchte die Milch zum einschlafen, aber mit dem Wasser ist sie nicht weniger glücklich. Es war bei uns auch sehr sehr schwierig mit dem Abgewöhnen. Aber das verdünnen hat meiner Meinung nach weniger Effekt gezeigt, als jede Woche ein paar Milliliter Milch weniger zu geben und dann stattdessen Wasser hinterher. Anfangs hat sie das Wasser abgelehnt, dann gab es Geschrei und am Ende doch noch einen Schluck Milch. Aber es ging jeden Tag besser mit dem Wasser.
      Ich kann dir vor allem raten: Gehe es langsam an! Wir haben auch oft „geschummelt“, auch nachts, weil ich einfach zu müde und ungeduldig war. Und das ist voll in Ordnung. Es bringt alles nichts, wenn du auf dem Zahnfleisch gehst… Ach und was ich auch tun würde: Die Milch erstmal nur Mittags abgewöhnen. Wenn die ganz weg ist, dann in den Abend starten.
      Du machst das schon richtig! Lass dich nicht verunsichern! Wenn er mit 4 noch MIlch trinkt, geht er auch nicht davon kaputt!
      Alles Liebe 🙂

  • Anna

    Klingt ja mal interessant, unser Trostspender sieht hier genauso aus.
    Von der Milch sind wir lange weg, über den Tag wird nur in Bechern getrunken- wenn die Flasche weggepackt wurde.
    Das mit abends ist ein super Tipp, den wir hier auch mal testen werden.
    Danke. 🙂

  • Özlem

    Ich finde es gut, wenn man sich von anderen nicht zu sehr verunsichern lässt.
    Ich bin mittlerweile zweifache Mama und habe somit ein gewisses Maß an Sicherheit antrainiert. Mein Großer ist nun 4 Jahre alt. Ich habe ihn zwei Jahre und einen Monat lang gestillt. Er wollte keine Falsche, keinen Schnuller. Nichts. Nur die Brust. Abgestillt habe ich dann, weil ich zum Schluß nur noch auf dem Zahnfleisch lief und wir auch ein Geschwisterchen wollten. Das ging zum Glück mit einem kleinen Trick (Pflaster auf der Brustwarze „Mama hat Aua!“) recht schnell und ohne Tränen. Sehr zu unserer Überraschung. Wir haben mit viel mehr Gegenwehr gerechnet.
    Baby Nummer zwei folgte auch recht schnell. Beides Aprilkinder. Nach dem dritten Geburtstag des Großen kam dann die Kleine auf die Welt. Hier gestaltete sich das Stillen als viel schwieriger. Ich hatte mir so fest vorgenommen, auch sie so lange zu stillen, wie es geht. Dass dies aber schon im dritten Monat kippelte (übrigens beim Großen damals auch – wir bekamen aber recht schnell die Kurve) und nie mehr so richtig einspielte – damit hatte ich nicht gerechnet. Mit Müh und Not haben wir die 6 Monate geschafft. Ich war sehr traurig darüber. Aber auch unsere Hebamme, die uns sehr unterstützte, meinte, dass es eben manchmal so kommt. Also haben wir die Flasche. Töchterchen ist nun 13 Monate alt. Sie trinkt morgens im Bett eine kleine Flasche und abends zum einschlafen. Ich betrachte es als Brustersatz. Und da der Große auch so lange seine Milch bekam, darf sie das nun auch.
    Ich habe eine Freundin, deren ihr Sohn ist nun 4,5 Jahre alt. Abends trinkt er auch gerne seine Milch. Normale Vollmilch. Also kein Pulver. Und sie haben nach wie vor eine Babyflasche dafür. Er liebt sie und er bekommt sie. Aber nur abends zu Hause.

    Ich denke, solange es dem Kind nicht schadet, dürfen sie dies so lange, wie sie wollen…

    • kbartholome

      Vielen Dank für deine liebe Nachricht. Ich sehe das mittlerweile ganz genau so ! Warum sollte es den Kindern schaden oder sie verwöhnen? Ich denke, jede Mama findet schon den richtigen Weg damit. Am wichtigsten ist, dass es allen damit gut geht 🙂

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