Schwangerschaft & Geburt

Baby unterwegs!- Teil 1: Selbst ist die Frau.

Vier Wochen lagen noch vor uns, bis es endlich so weit sein würde- Vier Wochen und ein Tag, um genau zu sein. Dann endlich würden wir unser kleines Mädchen kennenlernen!

Ich konnte es kaum erwarten.

Als ich an diesem Morgen in der Praxis meines Arztes saß und dieser mir mitteilte, dass wir das Baby gegebenenfalls früher holen müssten, bekam ich es mit der Angst zu tun.

Es würde nicht mehr wachsen, sagte er, und zwei Wochen zu früh wären nicht schlimm für die kleine Maus.

Trotzdem machte ich mir natürlich Sorgen.

Uns war von Anfang an klar gewesen, dass unser Baby möglicherweise früher kommen würde. Ich habe eine Fehlbildung in der Gebärmutter, durch die das Baby einfach weniger Platz hatte.

Aber als es dann Tatsache wurde, verzweifelte ich fast.?

Weil ich nun also mit einem Frühchen rechnen musste, das nicht mal in Größe 56 passen würde, beschloss ich mit meiner Freundin noch schnell etwas Frühchenkleidung zu kaufen.

Viel Zeit hatte ich dafür nicht, am Nachmittag erwartete ich eine riesige Bierladung- der Mann hatte am nächsten Tag seinen 30. Geburtstag ??

Tatsächlich ist es aber nicht soo einfach, mal eben Frühchenkleidung im Handel zu finden. Die meisten Größen beginnen ab 56…

Zum Glück wurde ich fündig, der Einkauf war erledigt und ich völlig gestresst.

Ich war so fertig, dass ich plötzlich Schmerzen bekam. Jedenfalls schob ich es auf zuviel Stress. Es fühlte sich an wie Vorwehen, jedoch im Rücken und es war ein anhaltender Schmerz.

Als ich meiner Freundin davon berichtete, schleppte sie mich direkt ins Krankenhaus (natürlich vernünftig!), wo man mich an den Wehenschreiber hängte. Kaum war ich verkabelt, war‘ s das mit dem Schmerz. Natürlich. Und Wehen wurden auch keine festgestellt. Fehlalarm.

Ich fühlte mich total dämlich. Da hatte ich mich echt wegen einmal Schmerzen einliefern lassen… Oh man.

Bevor wir gehen konnten wollte mich die Ärztin nochmal untersuchen. Und siehe da: sie eröffnete mir, dass der Gebärmutterhals schon verkürzt war, damit könnte ich aber noch drei Wochen rum laufen!

Ähm…super! Zweite Panikattacke!

Wieder zuhause rief ich verunsichert meine Mama (auch Ärztin) an und erzählte ihr, was Sache war. Mittlerweile war es Abend und die Schmerzen setzten wieder ein. Meine Mama drängte mich, sofort ins Krankenhaus zu fahren und mich nochmals untersuchen zu lassen.

Mein Mann war natürlich nicht zuhause. Er hatte eine Betriebsfeier und würde erst später kommen.

Doch weil die Schmerzen nicht aufhörten, rief

ich ihn an und bat ihn nach Hause zu kommen.

Also ließ er sich von seinem Kollegen fahren. Zuhause angekommen standen wir vor einem Problem: er hatte getrunken und konnte nicht fahren!

Möglichkeit 1: wir konnten den Krankenwagen rufen. Fand ich aber sinnlos. Soo schlimm waren meine Schmerzen jetzt auch nicht. Also überredete ich meinen Mann zu Möglichkeit 2: ich würde mich selbst hinter‘ s Steuer setzen.

So machten wir es auch.

Er fragte mich natürlich alle 30 Sekunden, ob es mir gut gehe. Ging es. Ich war etwas nervös, aber mein Mann zitterte vor Aufregung ?.

Ich fuhr uns in die Uniklinik, doch dort wurden wir nicht angenommen, weil es rappelvoll war. Ungefähr 30 schwangere Frauen in allen Stadien standen um uns herum. Ohweia….

Also weiter zum nächsten Krankenhaus.

Und wir hatten Glück, ich wurde aufgenommen! Mittlerweile war es nach Mitternacht und weil mein Mann nun Geburtstag hatte, trällerte ich noch kurz ein Ständchen, während wir auf die Ärztin warteten. ?

Als diese mich dann untersuchte, erwartete uns der nächste Schock- der Muttermund war schon geöffnet. Sie musste jedoch eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus veranlassen, da dieses keine Frühchenstation hatte…

Also nochmal umziehen! Diesmal aber mit dem Krankenwagen, selbst fahren war raus!

Mein Mann durfte nicht mitfahren (keine Ahnung warum), hatte noch etwas Alkohol im Blut und konnte somit nicht Auto fahren (passiert uns nie wieder!), hatte aber auch kein Bargeld für ein Taxi mit (passiert uns auch nie wieder!!).

Nach verzweifeltem Herumirren auf der Suche nach einer Bankfiliale, während ich schon auf dem Weg in Krankenhaus Nummer 3 war, gab er auf und setzte sich nervös, aufgeregt und nicht 100% nüchtern ins Auto- ging nicht anders.

Und endlich, endlich erreichten wir eine halbe Stunde später ein Krankenhaus, in dem ich bleiben durfte; zum Glück, denn nun waren die Schmerzen definitiv da.

 

[Fortsetzung folgt…?]

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