Eltern, Menschen, Leben

Ockermocca Regenbogen

Ich bin Mutter. Ich bin Ehefrau. Ich bin Freundin, Schwester und Tochter. Doch vor allem bin ich eine Frau; ich habe eine Persönlichkeit und ich bin einzigartig. Meine Haut ist sandfarbend. Oder sogar mocca?

Ja, das klingt gerade sehr kurios. Dabei ist es so einfach! Unsere Gesellschaft wird immer noch, nach über 50 Jahren von Rassismus überschattet. Wo man auch hinschaut werden noch heute Menschen mit einer „anderen“ Hautfarbe diskriminiert! Und nicht nur das, Diskriminierung gibt es in allen Bereichen- Aussehen, Herkunft, Glaubensrichtung. Aber zurück zur Hautfarbe.

In diesem Artikel habe ich mich bewusst für das obige Bild entschieden. Das bin ich. Auf beiden Seiten.

Natürlich bin ich dort in zwei unterschiedlichen Phasen meines Lebens, doch eines wird sehr deutlich: links bin ich ein kleiner, dicker, rosafarbener Knubbel; rechts dagegen größer, weiterhin ein Knubbel, aber ocker. Oder sand. Mocca? Wie auch man die die Farbe meiner Haut nennen mag, sie ist nicht weiß. Schnee ist weiß. Salz ist weiß. Ich bin es nicht und ich war es nie! Vergleichbar ist das mit dunkelhäutigen Menschen, die oft als „schwarz“ oder schlimmer bezeichnet werden. Diese Haut dieser Leute ist meistens braun. Hellbraun, dunkelbraun. Nicht schwarz.

Versteht ihr das Problem? Wir beschimpfen und beleidigen uns wegen etwas, das so banal und lächerlich ist!

NIEMAND hat die gleiche Hautfarbe wie ein anderer. NIEMAND ist weiß oder schwarz!

Es gibt so viele verschiedene Hautfarben wie Menschen.

Meine drei Geschwister und ich füllen die Farbpalette von oben bis unten aus. Und wir sprechen dabei von dunkelbraun bis hellrosa (Sorry, Schwester!).

Doch trotz dieser äußerlichen Verschiedenheit sind wir eine Familie. Wir sind eigenständige Persönlichkeiten und haben Gemeinsamkeiten: alle von uns essen, trinken, schlafen und sprechen. Komischerweise funktioniert das, obwohl wir andere Hautfarben haben…

Ich denke, dass unsere Gesellschaft viel zu sehr damit beschäftigt ist, die Verschiedenheit der Menschen zu fokussieren und zum Problem zu machen; der hat die „falsche“ Hautfarbe, dieser spricht die falsche Sprache und diese ist nur 1,20m groß! Anstatt die Individualität eines jeden Einzelnen anzuerkennen und Möglichkeiten daraus zu schöpfen!

Ist es nicht toll zu sehen, wie viel Facetten einer Farbe existieren? Oder wie schön bunt unsere Menschheit ist? Wer will denn schon, dass wir alle gleich aussehen und jede Individualität verloren geht?

Wir können soviel von einander profitieren. Es gibt soviel Gutes, was sich teilen ließe und soviel Schlechtes, das es zu reduzieren gilt.

Die Hautfarbe eines Menschen ist nicht das, was ihn ausmacht. Aber wird ein Mensch auf seine Hautfarbe reduziert, verändert ihn dies.

Toleranz ist das Stichwort. Toleranz, Akzeptanz und Respekt. Drei Worte, die in unserer Gesellschaft untergehen.

Doch das muss verhindert werden. Wir sind alle Menschen. Wir sind ocker, mocca, sand, rosa, rot, beige, grau, blassgelb, senffarbend und noch vieles mehr. Ein Regenbogen mit unzählig vielen Farben. Menschlichkeit unter Menschen- viel zu rar, aber dringend nötig. Und jeder kann seinen Beitrag leisten.

Damit Rassismus vernichtet und Toleranz, Akzeptanz und Respekt gelebt werden. Täglich. Überall. Von jedem.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.