Eltern, Menschen, Leben

Lieben, leben, helfen

Das Leben ist unvorhersehbar. Und nicht immer fair. Oft sogar sehr unfair- klar, es kann ja auch nicht immer spannend, witzig, herzlich, fabelhaft und wundervoll sein.
Und deshalb schreibe ich jetzt über etwas absolut unwitziges, über ein Thema, mit dem ich heute konfrontiert wurde und das mich bisher nicht mehr losgelassen hat.
Ich habe erfahren, dass die Bekannte einer Bekannten verstorben ist; nicht etwa im gesunden Alter von 80 Jahren- nein, die Verstorbene war ein junges Mädchen. Sehr jung.
Sie starb vor einiger Zeit an einer der ätzendsten, schlimmsten Krankheiten, die es meiner Meinung nach gibt: Leukämie.
Ich kannte das Mädchen nicht. Aber ich bin trotzdem sehr betroffen. Das war ein kleines Mädchen, das ihr ganzes Leben noch vor sich hatte. So viele Tage, die ungelebt bleiben. So viel, das es zu erleben gibt; und sie hatte nicht die  Chance dazu. Ich kann mir nur vorstellen, wie schrecklich es für die Familie, für Verwandte und Freunde, gewesen sein muss, ihr kleines Mädchen leiden zu sehen; sie dabei zu begleiten, wie sie die schlimmsten Schmerzen ertragen und schreckliche Zeiten erleben musste.
Und nun ist sie tot. Sie ist gestorben und hat all´ ihre Lieben zurück lassen müssen, deren Aufgabe es nun ist, sich in ein halbwegs normales Leben ohne ihr Kind, ihre Freundin zurück zu kämpfen.
Einerseits bin ich so betroffen, weil ich selber eine Tochter habe. Mit Kindern ist man sentimentaler als je zuvor. „Schindlers Liste“ im Fernsehen anschauen? No Way.
Anderseits ist es einfach schrecklich, dass diese Krankheit bei einem so jungen Menschen aufgetreten ist. Warum nur?, fragt man sich dann. Aber eine Antwort bekommt man selten. Fair ist anders.
Als Arzttochter liegt es mir sehr am Herzen, erkrankten Menschen zu helfen, wenn es dazu eine Möglichkeit gibt.
Und die gibt es. Ich bin bei der DKMS registriert, habe einen Organspendeausweis und gehe, sooft ich kann, Blut spenden. Dass ich anderen Menschen in Notsituationen helfen würde, wenn ich könnte, steht außer Frage.
Ich möchte mich hier keinesfalls als Samariter darstellen oder euch zu etwas drängen, was nicht euren Werten und Normen entspricht.
Aber ich möchte auf darauf aufmerksam machen, wieviele Menschen täglich sterben, weil sie keinen passenden Stammzellenspender oder Organspender finden, der ihnen die Chance auf ein längeres Leben bieten könnte! Die Möglichkeit, jeden einzelnen Tag zu leben, zu lieben und die Sekunden auszukosten; die Zeit mit denen zu verbringen, die ihnen am wichtigsten sind und die ihnen gut tun: Ihre Freunde, ihre Familie…ihre Kinder.
Es ist so einfach, zu helfen. Jeder kann helfen. Und ich denke, dass es gerade in der heutigen Zeit unglaublich wichtig ist, ein wenig Menschlichkeit zu zeigen. In unserer Gesellschaft gibt es soviele Dinge, die wir optimieren müssten. Wir brauchen mehr Toleranz, wir brauchen mehr Empathie und wir brauchen mehr Nächstenliebe. Manchmal reicht es doch schon, etwas nettes zu sagen, oder nicht?
All das sind erreichbare Ziele! Jeder kann seinen Beitrag leisten, auf seine Weise. Und wenn es nur ein kleiner Beitrag ist.
Es reicht einfach nicht zu denken, dass ein anderer schon irgendetwas tun wird. Würden wir alle so denken, wären wir verloren.
Wie Neil Armstrong sagte:“ Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit.“
Ich bin sicher, dieser Satz passt auf die verschiedensten Lebenssituationen.
Denkt nicht nur an euch- denkt auch an andere.
Helfen ist unfassbar leicht und es ist noch leichter, an andere zu denken.
Natürlich müsst ihr nicht gleich los laufen und eure gesamten Organe spenden. Aber wenn ihr euch bewusst macht, wie leicht ihr andere Menschen glücklich machen könnt, freue ich mich schon sehr.
Weitere Informationen zum Thema Spenden findet ihr unter: https://www.dkms.de/de
Ich wünsche der betroffenen Familie alles Gute und Liebe.

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