(Fremd-) Betreuung

Ab zur Tagesmutter! Das Kind wird erwachsen…

Hilfe! Mein Kind wird groß!
Gerade war sie noch in meinem Bauch, da spürte ich ihre ersten Tritt, dann war sie plötzlich auf der Welt- und nun verlässt sie mich!
Okay, möglicherweise übertreibe ich… geringfügig. Aber es ist doch so; als Erzieherin wurde mir schon in meiner Schwangerschaft Betriebsverbot erteilt. Somit war ich ab dem 3. Monat zuhause. Dann habe ich in vollen Zügen meine Elternzeit genossen, hatte sie 24 Stunden am Tag um mich herum. Dann sehr laaangsam,  hin und wieder für 2-3 Stunden bei den Großeltern abgegeben.
Und nachdem ich wieder in den Beruf eingestiegen bin, blieb sie 3 Tage die Woche bei Omas und Opas. Machbar, aber schwer auszuhalten. Für mich…
Doch trotzdem ist es jetzt anders.
Sie geht zur Tagesmutter! Das ist der ultimative Ort zum Wachsen und Reifen; zum Selbstständig werden, zum andere Erwachsene knuddeln und, schlussendlich der Ort, an dem sie mir nachmittags nicht mehr die Arme entgegen streckt, wenn ich sie abhole, sondern einen ihrer (mittlerweile regelmäßigen) Wutausbrüche bekommt, weil sie noch spielen will.

Bevor ihr jetzt alle die Augen verdreht- natürlich freue ich mich darüber, dass mein Trotzkopfkind schon jetzt super gerne dorthin geht. Wir befinden uns gerade in der Eingewöhnung und sie liebt die Tagesmutter abgöttisch. Kaum öffnen wir die Tür, stößt sie sich schon von mir weg und zappelt quietschend und lachend auf die Kinder zu. Und das macht mich sehr glücklich.
Doch gleichzeitig fällt es einer Mama einfach nicht leicht, los zu lassen. Selbst ich, die sich immer für absolut cool gehalten hat, steckt es nicht mal eben weg, wenn die Tochter mich nicht mehr beachtet.
Und jetzt, erst jetzt, verstehe ich, wieso die Eltern in meinem früheren Job weinend aus der Kita schlurften, nachdem sie ihr Kind abgegeben haben.
Besonders schön ist es, wenn das Kind dann noch eine riesen Szene macht, um das schlechte Gewissen nochmal zu fördern und zwei Sekunden später ins Spiel vertieft zu sein.
Ja, es ist wirklich ein großer Schritt, die kleinen Trotzköpfe nun eine Großteil der Woche in eine „fremde“ Betreuung zu geben.
Aber es wird leichter. Denn einerseits ist es sehr angenehm, mal alleine einkaufen zu können oder in Ruhe auf dem Sofa einen Kaffee zu trinken. Dazu kommt natürlich der Job. Arbeiten zu gehen und zu wissen, dass das Kind in guten Händen ist, macht sehr vieles leichter. Vor allem das Herz.
Andererseits ist es für die Trotzkopfkinder wirklich toll, Zeit mit anderen verbringen zu können. Wir Erwachsenen können sie nicht so großartig fördern, sie zur Selbstständigkeit ermuntern und ihre Fähigkeitenaustesten lassen, wie es die Tagesmütter, aber auch die Interaktion mit anderen Kindern schafft.
Zum Glück stehen wir noch ganz am Anfang. Bisher besuchen wir unsere Tagesmutter nur, ich bleibe mit dabei, während mein Trotzkopfkind beschäftigt wird.
Aber irgendwann wird sich das ändern… dann kommt die Zeit der Trennung. Und davor habe ich große Angst. Glücklicherweise habe ich meine Tagesmutter schon jetzt sowas von ins Herz geschlossen; was soll da schon schief gehen?
Also, liebste Tagesmutter, du machst einen unglaublich guten Job! Ich danke dir, dass meine Tochter bei dir die erste Etappe des Erwachsen werden erleben darf!
Und jetzt trinke ich heimlich weinend meinen Kaffee, bis ich mein Kind endlich für mich alleine habe 😉

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