Schwangerschaft & Geburt

Baby unterwegs! – Teil 2: Winzig, kleines Püppchen

Das Baby war wirklich unterwegs! Wir hatten Monate auf diesen Moment gewartet und nun war es so weit.
Der Beginn einer neuen Ära. Bald würden wir zu dritt sein.

Nachdem wir endlich in einem Krankenhaus aufgenommen waren worden, meldeten sich auch die Wehen. Allerdings noch immer nicht furchtbar schlimm.
Wir saßen wartend im Untersuchungsraum, als der behandelnde Arzt eintrat.

Dunkle, lockige Haare, groß und… kaugummikauend (wie eine Kuh, sagte meine Mama immer, wenn wir mit offenem Mund kauten) stellte er sich uns vor. Dieser Anblick war ein wenig irritierend, aber irgendwie sympatisch. Er untersuchte mich, doch da unser Mädchen als Frühchen galt (4 Wochen vor Termin) riet er uns, sie solange wie die Schmerzen auszuhalten waren, noch im Bauch zu lassen. Sie könnte jede Kraft brauchen.
Also wurden mein Mann und ich in einen Kreissaal gebracht und nutzen die Chance, um noch etwas zu schlafen.

Währenddessen liefen unsere Handys in der Reisetasche heiß, die Familie wusste, dass wir im Krankenhaus waren und machte sich riesige Sorgen- doch unsere Akkus waren so gut wie leer. Wir waren jedoch so mit den Gedanken woanders, dass wir das gar nicht bemerkten.
Stündlich kam der Arzt zu uns, um sich nach meinen Schmerzen zu erkundigen. Und jedes Mal ging er wieder, um unserem Baby mehr Zeit zu geben.

Dann endlich, am frühen Morgen, war es so weit: unser kleines Mädchen sollte zur Welt kommen.
Mein Mann begleitete mich in den OP. Und während er zitterte und mit den Tränen kämpfte, fühlte ich mich beflügelt und konnte nicht aufhören zu kichern. Gleichzeitig war ich irgendwie nervös. Ein typisches Gefühlschaos also.
Mittlerweile lag ich auf der Liege, der Sichtschutz wurde befestigt und mein sensibler Mann versuchte mich zu beruhigen- oder eher sich selbst.

Und dann ging alles irgendwie viel zu schnell. Während der Kaiserschnitt durchgeführt wurde, redete neben mir eine Schwester zur Ablenkung von Gott und der Welt, die Minuten vergingen- und schon war unser Baby geboren. 2305g schwer und 46,5 cm groß. Ein wunderschönes, kleines Mädchen.
Sie schrie nicht, wurde mir nur kurz zur Begrüßung an die Wange gelegt und weg war sie. Immerhin durfte mein Mann die Nabelschnur durchschneiden.

Auch jetzt noch, anderthalb Jahre nach der Geburt, wünsche ich mir manchmal ich hätte mehr gespürt. Das klingt komisch. Aber die Geburt war für mich irgendwie unbewusst. Das ändert jedoch nichts an meiner Bindung zu ihr!
Unser kleines Mädchen wurde durch den Kaiserschnitt geweckt und war etwas „schockig“. Außerdem bekam sie schlecht Luft, daher wurde sie sofort auf die Intensivstation gebracht.

Und da waren wir nun. Endlich Eltern, doch von unserem Baby getrennt. Vor uns lagen noch einige, schwere Stunden.

[Fortsetzung folgt…]

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